Folge 7 – Sind ETFs die besseren Fonds?

ETFs, vielleicht hast du das schon mal gehört. Aber was sind ETFs? Was ist der Unterschied zwischen ETFs und „normalen“ Fonds? Warum erfreuen sich ETFs einer so großen Beliebtheit? Und, wo kann ich sie kaufen? 

All das werden wir in der heutigen Folge klären!

Also was sind eigentlich ETFs?

ETFs (Exchange Traded Funds) sind börsengehandelte (nur über die Börse handelbar, nicht über Fondsgesellschaft) Fonds die i.d.R. einen Index (Bspw. den DAX) abbilden. Abbilden heißt in diesem Zusammenhang, dass der ETF genau die Menge an Aktien von den Unternehmen kauft, die auch im DAX vorkommen. Somit versucht er genau den Wertverlauf des DAX nachzubilden. Heißt, der DAX steigt um 3% – der ETF steigt auch um 3%. 

Es gibt im Großen und Ganzen zwei verschiedene Arten von ETFs. Zum einen gibt es ETFs, die einen Index physisch nachbilden und zum anderen ETFs, die den Index synthetisch nachbilden. Physisch heißt, dass der ETF bzw. die Gesellschaft, die diesen herausbringt, die Aktien aus dem Index an der Börse kauft. Bei einem Synthetischen ETF kauft die Gesellschaft die Aktien nicht, sondern leiht sie sich mit Hilfe von bestimmten Finanzprodukten (Swaps) von anderen Fondsgesellschaften. Bei beiden Arten ist die Funktionsweise allerdings dieselbe. Allerdings stehen ETFs auf Swap Basis manchmal in der Kritik, da es sein kann, dass die Gesellschaft von denen sich der ETF Anbieter die Aktien leiht, insolvent wird und die Aktien verkaufen muss. Daher ist das ein Risiko, welches man ggf. in seine Entscheidung mit einfließen lassen sollte.

Was genau ist der Unterschied zwischen einem ETF und einem „normalen“ Fonds?

Zunächst einmal sind ETFs i.d.R. passiv gemanagt. Das heißt, es werden nicht bestimmte Aktien oder Anleihen ausgewählt, sondern es wird „nur“ ein Index nachgebildet. Das Gegenteil dazu ist der aktiv gemanagte Fonds, bei dem ein Fondsmanagement die Aktien genau auswählt. Sie sind also nicht an einen Index gebunden. Wie ihr euch sicherlich vorstellen könnt, ist der Aufwand und die Anzahl der Personen, die hinter solch einem aktiv gemanagten Fonds sitzen, deutlich höher als bei einem passiven. Daher sind die Kosten bei einem ETF auch deutlich geringer. 

Hier eine Übersicht der Vor- und Nachteile eines ETFs:

ProCon
Geringe laufende KostenEin ETF kann keine bessere Rendite als der Index haben
Liquide – die ETF Anteile lassen sich schneller an der Börse verkaufen als Anteile von aktiv gemanagten FondsAktien, die im Index eine schlechtere Rendite haben, können nicht ausgetauscht werden
Transparenz, da die Zusammensetzung und Entwicklung eines Fonds sehr klar istIm Falle eines Börsencrashs sinken die Kurse eines ETFs i.d.R. stärker als die von einem aktiv gemanagten Fonds
Auch mit wenig Geld (ab 25€) investierbar
ETFs sind auch Sondervermögen, heißt sollte die Fondsgesellschaft pleite gehen, besteht der ETF weiterhin

Warum sind ETFs in den Medien immer wieder ein Thema? 

Die ersten ETFs gibt es seit den 1970er Jahren, damals allerdings nur für große Unternehmen und Banken gedacht. Mittlerweile hat sich der Markt für ETFs allerdings auch für private Personen geöffnet. Vor allem die geringen Kosten sind für viele Anleger ein wichtiges Argument wenn es darum geht sich für ETFs zu entscheiden. Ein Unterschied von bspw. 1 % weniger Kosten pro Jahr, machen gerade in der Altersvorsorge, also beim Sparen über lange Zeit, einen sehr großen Unterschied auf den Endbetrag aus. Hier ein Beispiel:

Wir haben einen ETF mit 0,6% Kosten pro Jahr und einen aktiv gemanagten Fonds mit 1,6% Kosten pro Jahr. In beide werden100€ pro Monat über 30 Jahre eingezahlt. Wir gehen von einer Rendite (pro Jahr) von 4% aus. Am Ende dieser 30 Jahre würde der Gesamtwert beim ETF ca. 61.800 € betragen. Beim aktiv gemanagten hingegen, würde ein Endbetrag von ca. 51.100€ rauskommen. Also fast 10.000€ Unterschied! 

Wie immer ein paar Zahlen zum Thema ETFs:

  • Im Jahr 2019 gab es 6.970 ETFs, 2005 waren es nur 452.
  • 2019 wurden weltweit 6,18 Billionen USD in ETFs weltweit verwaltet
  • Der größte ETF der Welt bildet den S&P 500 nach und verwaltet 32 Milliarden Euro
  • Erst im Jahr 2000 begann der ETF-Handel in Deutschland

Wo kannst du die ETFs jetzt kaufen?

ETFs gibt es von vielen verschiedene Anbietern. Zu den größten gehört iShares mit einem Marktanteil von 49%, gefolgt von der Deutschen Bank x-trackers (11%), Lyxor (10%) und der UBS (10%). Diese ETFs kann man innerhalb der Öffnungszeiten an einer Börse kaufen, Voraussetzung ist ein Wertpapierdepot, bei dem die ETFs „gelagert“ werden. 

Wie genau du jetzt einen ETF auswählen kannst, erfährst du in den kommenden Folgen!

Zu guter Letzt wie immer ein Zitat: Heute von Warren Buffet: 

„Wenn Billionen von Dollar von Wall-Street-Managern verwaltet werden, die hohe Gebühren verlangen, werden es in der Regel die Vermögensverwalter sein, die enorme Gewinne machen, und nicht die Kunden.“

Warren Buffet

DISCLAIMER:

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung gem. §63 ff. WpHG dar, sondern dient lediglich der Information und Unterhaltung!

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