Folge 11 – Was waren die größten Börsencrashs?

Börsencrashs bzw. Finanzkrisen lassen die Welt für einige Zeit in einen panischen Zustand verfallen. Momentan befinden wir uns noch mitten in einer weltweiten Krise. Die Corona-Pandemie hat international die Börsenkurse fallen lassen – Das hat Anleger, Angestellte und auch Unternehmer unsanft daran erinnert, dass es nicht ewig weiter bergauf gehen kann.

In der Vergangenheit gab es nämlich schon einige große Krisen. Einige davon wird jeder von uns schon mal gehört haben und Andere liegen weit in der Vergangenheit.

In der heutigen Folge klären wir die Fragen: Was waren die letzten großen Finanz-/Wirtschaftskrisen? Was waren die Auslöser? Wie hat sich die Wirtschaft regeneriert?

Tulpenmanie 1637

Die Tulpenmanie in den Niederlanden kann man als Urmutter einer Spekulationsblase betrachten. Diese Krise wirkt aus heutiger Sicht tatsächlich unvorstellbar, da man an jeder Ecke Tulpen zu günstigen Preisen kaufen kann.

Aber was war die Tulpenmanie eigentlich?

Die importierte Tulpenzwiebel war in den Niederlanden sehr begehrt. So begehrt, dass die Nachfrage schnell das Angebot überstieg. Heißt, mehr Leute wollten Tulpenzwiebeln kaufen als es Tulpenzwiebeln gab. Der Preis stieg ins unvorstellbare. Eine Zwiebel konnte gegen riesige Wertgegenstände wie z.B. eine Kutsche getauscht werden.

Der Preis stieg so stark, dass jeder daran teilnehmen wollte. Die Leute verscherbelten ihre Häuser und Wertsachen um Geld für Tulpen zu haben, in der Hoffnung, dass diese noch weiter im Wert steigen würden und man einen riesen Gewinn macht.

Der Wahnsinn war 1637 abrupt zu Ende. Einige Großinvestoren stießen ihre Tulpen Bestände ab. Viele Anleger folgten dem Beispiel aus Angst vor fallenden Kursen. Was geschah? – Genau, die Kurse fielen!

Anleger, die ihre Häuser verkauft und Kredite aufgenommen hatten um in Tulpen zu investieren, standen vor dem aus. Dieses Phänomen sollte sich später leider widerholen, 1929.

Dieser Crash wirkte sich noch Jahre auf die Niederländische Wirtschaft aus.

Börsencrash & Weltwirtschaftskrise 1929

Zwischen 1924 und 1929 ging von Amerika eine erneute Finanzkrise aus. Diesmal geht es auch um Aktien und Banken, und nicht um Blumen.

Die Aktienkurse stiegen in Amerika seit 1924 gleichmäßig an. Ganz ähnlich wie ein paar Jahrhunderte zuvor in den Niederlanden, bekamen nach und nach immer mehr Leute Wind davon. Wie so oft wollte also schnellstmöglich jeder an der Kurssteigerung teilnehmen. Viele Leute investierten in Aktien, wodurch die Kurse weiter stiegen. Anfang 1928 dann auch deutlich steiler.

Nun wollte wirklich jeder an der Entwicklung teilnehmen. Auch die Leute ohne Geld. Sie nahmen also Kredite auf, nur um Aktien zu kaufen. Unternehmen aus der ganzen Welt investierten nun in Amerika.

Die Staatsbank in Amerika verteilte das Geld zu 5% an die New Yorker Banken. Diese gaben es mit bis zu 12% an die Bevölkerung weiter.

Am 14. Oktober 1929 kam es dann zum Crash. Dem „schwarzen Donnerstag“. Die Aktienkurse brachen ein und Panik entstand. Das größere Problem kam aber erst noch. Die ganzen Aktien-Kredite, die vergeben wurden, konnten nicht mehr bedient werden da die Investments der Anleger enorm an Wert verloren hatten.

Dotcom Blase 2000

Ende der 90er Jahre schossen unzählige Start-Ups aus dem Boden. Alle beschäftigten sich auf irgendeine Weise mit dem Thema Internet und Mobilfunk. Fast alle der Unternehmen führten damals Internetseiten mit der Endung .com, daher kommt auch der Name: „Dotcom Blase“.

Viele dieser Unternehmen, die den neuen Markt schnellstmöglich erobern wollten, planten einen Börsengang. Sie wollten also ihr Unternehmen an der Börse platzieren und zu einer Aktiengesellschaft werden um an neues Kapital zu kommen.

Auch hier geschah das gleiche Spiel erneut… Du weißt bestimmt was als nächstes passiert.

Genau, jeder wollte an diesem Hype teilnehmen und die Aktienkurse gingen durch die Decke. Im Jahr 1999 vervielfachten sich die Kurse einiger Unternehmen sogar.

Als nächstes geschah das Unausweichliche, die ersten Unternehmen meldeten Insolvenz an. Gefolgt von einer ganzen Welle…

Finanzkrise 2008 und Eurokrise

Seit dem Jahr 2000 hat sich etwas wesentliches in der Kreditvergabe verändert. Die Banken, die Kredite vergeben, verkauften diese schnell weiter. Eine Investmentbank kauft also die Kreditforderung von den Kreditbanken ab. Dadurch verkaufen die Kreditbanken direkt ihr Risiko mit. 

Da die Kredit vergebenden Banken die Kredite also nicht mehr über 15 Jahre oder mehr überwachen mussten, haben sie quasi an jeden einen Kredit vergeben, der gefragt hat. 

Die Kreditnehmer haben sich davon Häuser gekauft, was zunächst die Hauspreise extrem in die Höhe schießen lassen hat, und nach einiger Zeit… du ahnst es… extrem fallen ließen.

Ausgelöst wurde der Wertverlust der Immobilien dadurch, dass es erstens zu viele leerstehende Häuser gab, und die ersten Leute ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten. Du kannst dir das so vorstellen, dass wirklich jeder ein Haus hatte. Manchmal hatten Leute aber auch zwei oder drei Häuser.

Die Kredite platzten und die dazugehörigen Banken gerieten ins straucheln. Dadurch, dass die Kreditforderungen so schnell verkauft wurden, war das Problem alles andere als lokal. Es waren Banken auf der ganzen Welt betroffen. Auch in Deutschland gerieten die großen Investmentbanken ins Wanken. Eine große Amerikanische Bank ist sogar komplett Insolvent gegangen.

Zu dem Thema ein FILM TIPP: The Big Short

Fazit

Wie du sicherlich bemerkt hast, war der Verlauf dieser Krisen im grundlegenden ähnlich.

Viele Leute wollen einem Trend folgen, der anscheinend jeden reich machen kann. Alle erzählen sich von den tollen Chancen in dem jeweiligen Markt und es entsteht eine Art Masseneuphorie. Ohne sich gut über das Investment zu informieren, strömen jetzt viele Anleger/Gelder in den jeweiligen Markt.

Die Anleger haben den Markt also womöglich falsch verstanden. Befeuert wird diese Blasenbildung durch zu lockere Kreditvergabe der Banken.

Und wie immer zu guter letzt ein Zitat von DEM Börsenexperten Warren Buffet:

 „Alle zehn Jahre etwa werden dunkle Wolken am Wirtschafts Himmel heraufziehen, und es wird kurze Zeit Gold regnen. Bei solchen Güssen müssen wir mit Badewannen und nicht mit Teelöffeln hinauseilen”

Warren Buffet

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DISCLAIMER:

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung gem. §63 ff. WpHG dar, sondern dient lediglich der Information und Unterhaltung!

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