Folge 21 – Warum man nachhaltig investieren sollte. (Mit Nachhaltigkeitsexperte Sam)

Vor ein paar Folgen haben wir uns schon einmal die Frage gestellt, wie Fondssparen und Nachhaltigkeit zusammen passen. Wie du damals aber auch schon gemerkt hast, ist Nachhaltigkeit ein sehr großes Thema, was man nicht einfach in 15 Minuten behandeln kann. Aus diesem Grund haben wir uns für diese Folge Unterstützung von Sam geholt. Sam macht aktuell seinen Master an der Cologne Business School (CBS) und hat sich durch sein Studium hinweg intensiv mit nachhaltigen Investments und den dazugehörigen Fonds und Unternehmen beschäftigt. Also ein perfekter Gast für diese Folge. 

Wir stellen uns die folgenden Fragen: Wieso sollte man Nachhaltig investieren? Was für Nachhaltigkeitsindizes gibt es und wer erstellt diese? Und wonach wird Nachhaltigkeit eigentlich bewertet bzw. gemessen? 


Starten wir mit der ersten Frage: Warum eigentlich nachhaltig investieren?

Sam: “Kurz gesagt: Weil man so einen wertvollen, wenn auch kleinen, Beitrag zu einer nachhaltigeren Entwicklung der Welt beitragen kann.
Je mehr wir die Unternehmen unterstützen und finanzieren, die Ressourcen schonen und soziale Standards unterstützen ABER auch Profite erzielen, desto länger haben wir etwas von unserer Umwelt. Insgesamt würde das zu mehr Umweltschutz, weniger Armut und vielen weiteren elementaren Dingen beitragen.

Das ist die übergeordnete Sicht. Aber auch aus individueller oder privater Sicht ist es sinnvoll, weil sich diese Unternehmen auch dadurch vergrößern und finanziell ertragreicher werden, was sich natürlich auch für den Anleger lohnt. Das liegt daran, dass dadurch sein Anteil mehr wert wird und das Unternehmen gegebenenfalls eine schöne Dividende auszahlen kann. Und natürlich das Wissen, dass man sowohl insgesamt als auch für das eigene Konto etwas Gutes tun kann. Das Ganze wird zusammengefasst durch die sogenannte Triple Bottom Line. Die besagt, dass Unternehmen sich in ihrem Handeln an Ökonomie, Ökologie und Sozialem orientieren sollen. Also wirtschaftlich klug, umweltfreundlich und sozial gerecht handeln. 

Außerdem übt man damit Druck auf die Unternehmen aus, die weniger nachhaltig sind, mitzuziehen, weil die Anleger lieber Aktien der nachhaltigen Konkurrenz kaufen. So werden diese, hoffentlich, nachhaltiger und transparenter.”

Und wer erstellt diese Indizes?

Sam: “Das sind große Finanzdienstleister. Da gibt es keine Branche die pauschal nur das macht. Zum Beispiel gibt es die große Ratingagentur Standard & Poors (S&P), die Investmentbank MSCI oder die Deutsche Börse AG, die den DAX erstellt. Diese und andere große Unternehmen haben zahlreiche Indizes erstellt, oft nach Größe der Unternehmen, Branche oder natürlich Geographie. In Deutschland gibt es zum Beispiel den DAX 30, mit den größten 30 börsennotierten Unternehmen im Land, den mDAX mit den nächstgrößeren, sDAX, TechDAX und weitere. Global gibt es zum Beispiel Indizes für sogenannte Emerging Markets, also wachsende Märkte. Das sind Länder, die noch nicht zu den großen Wirtschaftsmächten wie den USA oder auch Deutschland gehören, aber vielleicht das Potenzial dazu besitzen. Bei solchen Investments steigt natürlich auch das Risiko im Vergleich zu den “sicheren” Anlagen in die großen Hauptindizes.”

Die großen wie S&P oder MSCI kennt man ja, aber sind das die einzigen die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen?

Sam: “Nein das nicht. Auch kleinere Unternehmen können Indizes erstellen. Es gibt viele Firmen, die in der Finanzbranche tätig sind, zum Beispiel im Bereich Research oder Rating, die Indizes gründen. Oft schließen sich dafür auch zwei Firmen zusammen, weil es eigentlich nicht ihr Spezialgebiet ist. Insgesamt gibt es unzählige Indizes, sogar mehr als es börsennotierte Aktiengesellschaften gibt. Um genau zu sein ungefähr 70 mal so viele. Das hängt natürlich damit zusammen, dass diese sich oft sehr stark überschneiden. Dazu ist es mit den Jahren einfacher geworden, so einen Index selbst zu gründen. So gibt es also auch Indizes, von denen es gar keinen ETF gibt. Um in sie zu investieren, muss man dann zu komplexen Finanzprodukten wie Zertifikaten greifen.”


Wie bewerten diese Unternehmen Nachhaltigkeit?

Sam: “Also zunächst kann man natürlich einfach, wie ihr es bereits in einer früheren Folge erklärt habt, bestimmte Industrien ausschließen. Das sind dann die Waffenindustrie, Tabak-, Glücksspiel- und Alkoholindustrie. Da fängt es aber natürlich erst an. Dann werden oft Zahlen genommen, wie CO2-Ausstoß der Unternehmen, Energieverbrauch, Wasserverbrauch oder die Produktion von Abfällen. Da kann man einige Kennzahlen zusammen sammeln und erstellt daraus ein Bewertungsmodell, was in der Regel einen Score ergibt. Meistens werden Unternehmen dabei nach Branchen aufgeteilt, weil sie so einfacher zu vergleichen sind. Hinzukommen dann im nächsten Schritt sogenannte Soft Factors, also Dinge, die man nicht einfach in Zahlen ausdrücken kann. Hierzu gehört das Einhalten von Gesetzen und Vorgaben, die zum Beispiel in dem Land in dem produziert wird, gelten. Oder generell Arbeitsbedingungen, das Unterstützen von sozialen Projekten und viele weitere. Daran merkt man schon, dass das sehr umfangreich und komplex wird. Das übernehmen dann spezielle Research- und Ratingagenturen wie zum Beispiel ROBECOSAM, Sustainalytics, ISS oder andere.”


Auch in dieser Folge, diesem Blog konnten wir leider noch nicht alle Themen rund um das nachhaltige Investieren besprechen. Aus diesem Grund wird es dazu auch in den kommenden Folgen noch das ein oder andere Gespräch geben. In denen wollen wir Dir auch einen Leitfaden an die Hand geben, wie Du einen nachhaltigen Fonds erkennst und ihn für dein Investment auswählen kannst.


Nun wie immer zum Schluss, ein Zitat. Heute von Arthur Schopenhauer:

„Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.“

Arthur Schopenhauer
Folge 21: Warum man nachhaltig investieren sollte. (Mit Nachhaltigkeitsexperte Sam)

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