Folge 52 – Inflation – Was ist das überhaupt?

Gerade im Moment hört man das Wort sehr oft – Inflation. Auch letzte Woche haben wir im Marktrückblick gesagt, dass die Inflation stärker gestiegen ist. Doch was ist die Inflation genau? Welche Gründe kann Inflation haben? Was hat die EZB damit zu tun? Und wo befinden wir uns hier aktuell? All das in dieser heutigen Folge!


Kommen wir zu ersten Frage, was ist die Inflation eigentlich? 

Inflation bedeutet eine breite Verteuerung der Preise für Dienstleistungen und Güter. Die Kaufkraft des Geldes sinkt. Kurz um, du kannst dir mit einem Euro weniger kaufen als zuvor, da die Preise insgesamt gestiegen sind. Gemessen wird die Inflation anhand eines Warenkorbes. Hier sind diverse Güter und Dienstleistungen drinnen und deren Preis wird in regelmäßigen Abständen überprüft, um so eine etwaige Teuerung zu erfassen. 

Wie du dir aber sicherlich vorstellen kannst, ist dieser Warenkorb nur theoretisch und kann jetzt nicht für alle Menschen gleich genommen werden. Die einen kaufen manche Lebensmittel gar nicht, kaufen andere Klamotten oder gehen seltener ins Hotel. Daher versucht dieser Warenkorb eine sehr breite Masse an Gütern und Dienstleistungen des alltäglichen Bedarfs abzubilden. 

Übrigens das Gegenteil einer Inflation ist die Deflation, also eine anhaltende Senkung des Preisniveaus. 


Welche Gründe können eine Inflation haben?

Natürlich kann es sehr viel verschiedene Gründe geben, da ihr aber hier keine VWL Vorlesung besucht, nehmen wir uns die drei großen Treiber einer Inflation mal heraus: 

  • Geldmengeninflation: Tritt dann auf, wenn die Menge an Geld im Umlauf (egal, ob Bar oder auf den Konten von Privatpersonen, Unternehmen oder Banken) steigt. Dies kann aktiv durch die Zentralbanken (die Bank der Banken) gesteuert werden. Bspw. niedrige Zinsen wie aktuell.
  • Nachfrageseitige Inflation: Tritt dann auf, wenn die Nachfrage nach bestimmten Gütern oder Dienstleistungen so stark steigt, dass die Anbieter nicht hinterherkommen und dadurch die Preise erhöhen. (Frage Irene klären) 
  • Angebotsseitige Inflation: Tritt dann auf, wenn die Kosten (Lohnkosten, Rohstoffpreise, Energiekosten) für die Anbieter steigen und diese dann die Preise erhöhen müssen. Das kann aber nur dann stattfinden, wenn es für diese Preise auch einen Markt gibt und sich die Kunden nicht für andere Produkte/ Lösungen entscheiden. (Baustoff Preise) 

Was hat die EZB nun mit der Inflation zu tun? 

Die EZB (Europäische Zentralbank) hat als eines ihrer obersten Ziele ein stabiles Preisniveau. Dies ist für die EZB, wenn die Inflation bei nahe, aber unter 2% liegt. Ähnlich handhaben das auch andere Zentralbanken auf der Welt. 

Aufgrund der Finanzkrise 2008/2009, der Eurokrise 2010/2011 und der Corona Krise 2020 hat die EZB die Zinsen extrem gesenkt, um dadurch die Kreditvergabe und Investitionsfreudigkeit zu steigern, was wiederum die Wirtschaft stärkt. Gleichzeitig kauft sie in hohen Milliarden Euro Bereich Staats- sowie Unternehmensanleihen auf, um so den Banken mehr Liquidität zu beschaffen und damit die Kreditvergabe zu vereinfachen. 

Hierbei muss die EZB immer die Inflation im Auge behalten, da diese aufgrund niedriger Zinsen eher steigt und somit die Gefahr besteht, dass sie auf über 2% steigt. Das war allerdings in den letzten 10 Jahren kaum der Fall. Teilweise waren wir sogar eher im 1%igen Bereich. 

Wenn jetzt die Inflation steigt, kann die Reaktion der Zentralbanken eine Zinserhöhung sein, Geld zu leihen wäre also wieder teurer. Bedeutet aber auch das sichere Anlage (Geldmarkt, Anleihen, etc.) wieder mehr Rendite bringen und dadurch interessanter für Anleger sind. Die sind aktuell stark in Aktien investiert. Eine Erhöhung der Zinsen würde also zu sinkenden Aktienkursen führen. 


Das schließt mit der letzten Frage, wo befinden wir uns aktuell? 

In diesem Jahr ist die Inflation bisher stark gestiegen. 5% in den USA, 2% in Deutschland und EU-Weit um 2,5%. Theoretisch also Zeit für die Zentralbanken entgegenzusteuern. 

Allerdings muss man aktuell sagen, dass diese Preissteigerungen nicht viel mit der tatsächlichen Geldmenge zu tun hat, “die Banken drucken Geld”, sondern mit steigenden Energiepreisen und Baustoffen. Das sind sogenannte Sondereffekte die für einen kurzen Zeitraum auftreten können. Daher muss aktuell beobachtet werden, ob das wirklich mit diesen Sondereffekten zu tun hat oder doch mit der Geldmenge. Sollten sich die Effekte beruhigen werden die Zentralbanken auch höchstwahrscheinlich die Zinsen nicht erhöhen. 

 Wenn du Fragen zu diesem Thema hast, schreib uns gerne und wir klären deine Fragen!


Zum Schluss wie immer ein Zitat, heute vom ehemaligen EZB-Präsidenten, Mario Draghi: 

“Wir werden nicht zulassen, dass die Inflation zu lange auf zu niedrigem Niveau bleibt.”

Mario Draghi
Folge 52: Inflation – Was ist das überhaupt?

Bleibt informiert, eiskalt und ehrlich!


Diese Folge haben wir mit diesem* Mikrofon aufgenommen.

Geplant haben wir die Folge hiermit*.


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