Folge 104 – Wie läuft ein Börsengang ab? (Bsp. Porsche)

Porsche, die weltbekannte Automarke ist am 29.09.2022 unter dem Kürzel PAG911 in den offiziellen Handel gegangen. Die Aktie ist an die Börse gegangen und war mehrfach überzeichnet. Aus diesem Grund haben wir uns gedacht, wir beschäftigen uns in der heutigen Folge mal etwas genauer mit diesem Thema. Wir stellen uns die Frage, wie läuft solch ein Börsengang eigentlich ab? Was bedeutet überzeichnet? Und wie kann sich die Porsche Aktie nun weiterentwickeln? All das in der heutigen Folge!

Porsche, die weltbekannte Automarke ist am 29.09.2022 unter dem Kürzel PAG911 in den offiziellen Handel gegangen. Die Aktie ist an die Börse gegangen und war mehrfach überzeichnet. Aus diesem Grund haben wir uns gedacht, wir beschäftigen uns in der heutigen Folge mal etwas genauer mit diesem Thema. Wir stellen uns die Frage, wie läuft solch ein Börsengang eigentlich ab? Was bedeutet überzeichnet? Und wie kann sich die Porsche Aktie nun weiterentwickeln? All das in der heutigen Folge!


Fangen wir mit der ersten Frage hinsichtlich des Ablaufs eines Börsenganges an. 

Grundsätzlich ist der Börsengang ein eher längerer und sehr teurer Prozess, der neben der Zulassung der Aktie an einer bestimmten Börse auch die Kursfeststellung am ersten Handelstag betrifft. 

1.     Prüfung Börsenreife

Wichtigster Punkt ist das Vorliegen einer Aktiengesellschaft oder SE. Weiterhin werden diverse Analysen vorgenommen, bspw. Markt- und Konkurrenzanalysen und eine Unternehmensbewertung. Die meisten Unternehmen werden dabei von externen IPO-Beratern betreut. Es muss abgeschätzt werden, wie viel Kapital kann das Unternehmen durch den Börsengang für sich erlösen. 

2.     Auswahl der begleitenden Partnern

Wenn das Unternehmen zu dem Ergebnis kommt, dass es „ready“ für die Börse ist, erfolgt die Auswahl eines Bankenkonsortiums. Ein IPO erfolgt i.d.R. immer über mehrere Banken. 

3.     Marketing und Werbung

Damit potentielle Aktionäre auf das jeweilige Unternehmen aufmerksam werden, wird im Vorfeld viel Marketing betrieben, um den IPO anzukündigen.

4.     Bookbuilding

Hier werben die begleitenden Banken potentielle große Investoren an, damit das gezielte Finanzierungsvolumen durch den Börsengang auch erreicht werden kann. Dabei wird meistens auch eine Preisspanne festgelegt, zu welchem die Aktie an die Börse gehen soll. Im Fall von Porsche war diese zwischen 76,50 EUR und 82,50 EUR pro Aktie. 

5.     Zeichnungsphase

Zu diesem Zeitpunkt wird potentiellen Investoren ein Zeitraum gegeben, bei dem sie angeben können, wie viele Aktien sie zu welchem Preis verpflichtend kaufen möchten. Hier kann es zu einer sogenannten Überzeichnung kommen. Das ist dann der Fall, wenn mehr Aktien gekauft werden möchten, als überhaupt ausgegeben werden sollen. Das war auch bei Porsche der Fall. Dann werden entweder weitere Reserve Aktien ausgegeben oder die begleitenden Banken legen selbst eine Zuteilung fest. 

6.     Settlement

Diese Phase schließt sich an die Zeichnungsphase an und beendet diese. Hier wird auch der endgültige Emissionspreis festgelegt. 

7.     Börsengang

Im letzten Schritt erfolgt der Tag, an dem die Aktien offiziell an der Börse gehandelt werden. Dabei verpflichtet sich einer der Partnerbanken, die Aktie liquide zu halten und eine sogenannte Kurspflege zu betreiben, sodass möglichst vielen Aktionären der Handel mit der Aktie ermöglicht wird. 


Zu den größten Börsengängen auf der Welt gehörten bspw. Saudi Aramco mit einem Volumen von ca. 25,6 Mrd. US Dollar (2019), die Alibaba Group mit ca. 24 Mrd. US Dollar (2014) oder General Motors mit ca. 23 Mrd. US Dollar (2010). 

In Deutschland hat die Porsche AG den zweitgrößten Börsengang hingelegt mit ca. 9,4 Mrd. EUR. Der bisher größte war die Telekom in den Jahren 1996, 1999 und 2000 mit insgesamt ca. 33,8 Mrd. EUR. 


Wie kann sich die Porsche Aktie nun weiterentwickeln? 

Hier gilt natürlich wieder das Glaskugel Prinzip… Wir wissen es nicht. Aktuell ist es ein eher ungünstiger Zeitpunkt, um an die Börse zu gehen, da viel Unsicherheit im Markt herrscht. Dennoch war der Börsengang von Porsche ein großer Erfolg, was grundsätzlich ein positives Signal für die weitere Entwicklung ist. Weiterhin ist das Unternehmen sehr ertragsstark und die Marke ist sehr beliebt. Dennoch ist die Entwicklung nun auch stark von der allgemeinen Marktentwicklung abhängig. Bspw. ist die Aktie bei 82,50 EUR am 29.09. gestartet und ist kurzzeitig bis auf 86,76 EUR hoch, um dann wieder auf 82,50 EUR zu sinken. 

Grundsätzlich ist Porsche aber ein Kandidat, der sich lohnt, auf die Watchlist zu setzen. 


Wenn du Fragen zu diesem Thema hast, schreib uns gerne und wir klären deine Fragen!
An: fragen@finanzsorbet.de oder über Social Media.


Zu guter Letzt wie immer ein Zitat: Heute passend zum Thema vom CFO von VW Arno Antlitz:

„Wir haben heute bewiesen: Volkswagen kann Kapitalmarkt – auch in einem herausfordernden Markt-Umfeld.“

– Arno Antlitz

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Diese Folge haben wir mit diesem* Mikrofon aufgenommen.

Geplant haben wir die Folge hiermit*.


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